Kategorie: Allgemein

  • Solidaritätsbekundung für Imam Mohammed Taha Sabri

    Mit Betroffenheit haben wir die Berichterstattung und die Aussagen über Imam Mohammed Taha Sabri in der Sendung Markus Lanz vom 16. Juni 2026 verfolgt.

    Als Forum Islam Berlin möchten wir unsere Solidarität mit Imam Mohammed Taha Sabri zum Ausdruck bringen.

    Viele Menschen in Berlin kennen ihn seit Jahrzehnten als einen Menschen, der Brücken baut statt Mauern. Sein Name steht für Dialog, Begegnung und den unermüdlichen Einsatz für ein friedliches Miteinander: zwischen Musliminnen und Nichtmusliminnen, zwischen Religionsgemeinschaften und innerhalb unserer vielfältigen Stadtgesellschaft. Wer ihm begegnet ist oder mit ihm zusammengearbeitet hat, weiß, mit welcher Geduld, Offenheit und Herzlichkeit er auf Menschen zugeht.

    Umso erschreckender ist es, mit ansehen zu müssen, wie sein jahrzehntelanges Engagement durch immer wiederkehrende Vorwürfe überschattet wird, wie zuletzt in der Sendung von Markus Lanz vom 16. Juni 2026. Über weite Strecken prägten Verdachtsmomente und Vorwürfe die Diskussion über Sabri, die unwidersprochen stehen blieben. Auch die Moderation sprang auf den Zug der Vorwürfe auf und wurde seinen journalistischen Standards der Aufklärung sowie Neutralität nicht gerecht. Wir erwarten von den Medien einen Journalismus, der nicht von Vorannahmen, sondern von Sorgfalt, Fairness und Ausgewogenheit geprägt ist. Kritik gehört zu einer offenen Gesellschaft, Vorverurteilungen nicht.

    Denn es gehört ebenso zur Wahrheit, dass die Neuköllner Begegnungsstätte e.V. und Mohammed Taha Sabri selbst in der Vergangenheit gegen einzelne Darstellungen erfolgreich den Rechtsweg beschritten und Gerichte entsprechende Aussagen beanstandet haben. Diese Entwicklungen sind Teil der Geschichte und verdienen es, ebenso erwähnt zu werden wie die erhobenen Vorwürfe. Nur so kann sich die Öffentlichkeit ein ausgewogenes Bild machen.

    Wir wünschen uns eine Debattenkultur, auch oder vor allem in den Medien, in der Menschen nicht auf Verdachtsmomente reduziert werden, sondern nach ihrem tatsächlichen Wirken beurteilt werden. Gerade Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre für Verständigung einsetzen, verdienen Fairness, Differenzierung und die Bereitschaft, genau hinzusehen.

    Imam Mohammed Taha Sabri hat Generationen von Menschen begleitet, Gespräche ermöglicht, Vorurteile abgebaut und sich immer wieder für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eingesetzt. Für dieses Engagement wurde er über die muslimische Gemeinschaft hinaus anerkannt und mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.

    Nicht, weil wir jede Kritik grundsätzlich zurückweisen würden, sondern weil wir überzeugt sind, dass Kritik nur dann glaubwürdig ist, wenn sie fair, ausgewogen und auf nachprüfbaren Tatsachen beruht.

    Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung brauchen wir mehr Dialog, mehr gegenseitigen Respekt und mehr Menschen, die sich für das Miteinander einsetzen.

    Lieber Imam Taha Sabri: Wir stehen an Deiner Seite.

  • Statement des Forum Islam Berlin zum 15. März –Internationaler Tag gegen Islamfeindlichkeit

    Am 15. März wird in Berlin erstmals der Internationale Tag gegen Islamfeindlichkeit begangen. Dieser Tag macht sichtbar, was für viele Muslim*innen und Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden, längst Alltag ist: Antimuslimischer Rassismus ist auch in Berlin Realität.

    Zahlreiche Studien, Umfragen und Dokumentationen belegen das Ausmaß. Allein in Berlin registrierte CLAIM für das Jahr 2024 einen Anstieg antimuslimischer Vorfälle um rund 70 Prozent. Auch bundesweit steigen die Zahlen von Diskriminierungen, Bedrohungen und Gewalttaten gegen Muslim*innen. Besonders betroffen sind Frauen – insbesondere Frauen, die ein Kopftuch tragen.

    Der 15. März wurde von der UN-Vollversammlung als Internationaler Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit anerkannt. Er erinnert an den rechtsterroristischen Anschlag von Christchurch im Jahr 2019, bei dem ein Attentäter 51 Menschen in zwei Moscheen ermordete.

    Doch wir müssen nicht nur ins Ausland blicken. Auch in Deutschland hat antimuslimischer Rassismus immer wieder tödliche Konsequenzen.

    Wir erinnern an Marwa El-Sherbini, die am 1. Juli 2009 im Dresdner Landgericht ermordet wurde, nachdem sie sich juristisch gegen antimuslimisch-rassistische Beleidigungen gewehrt hatte.
    Wir erinnern an den rassistisch motivierten Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum in München im Jahr 2016, der sich gezielt gegen Menschen richtete, die der Täter als muslimisch oder migrantisch wahrnahm.
    Wir erinnern an Hanau. Beim rechtsextremen Anschlag im Februar 2020 wurden neun Menschen aus antimuslimisch-rassistischen und antiziganistischen Motiven ermordet.
    Und wir erinnern zuletzt an Rahma. Ihre Ermordung im Juli 2025 in Hannover hat erneut gezeigt, wie lebensbedrohlich antimuslimischer Rassismus sein kann – insbesondere für sichtbar muslimische Frauen.

    Diese Taten stehen nicht isoliert. Sie sind die extremen Ausprägungen eines Phänomens, das viele Menschen tagtäglich erleben: Beleidigungen, Ausgrenzung und Diskriminierung – in der Schule, am Arbeitsplatz, auf dem Wohnungsmarkt oder im öffentlichen Raum.

    Antimuslimischer Rassismus ist kein Randphänomen. Er zeigt sich in gesellschaftlichen Debatten, prägt mediale Bilder und findet sich auch in institutionellen Strukturen wieder. Dadurch entsteht ein Klima, in dem Diskriminierung verharmlost und Gewalt begünstigt wird. Oft beginnt es mit einem abwertenden Kommentar oder einer pauschalen Zuschreibung – und endet im schlimmsten Fall in Gewalt.

    Gedenk- und Aktionstage wie der 15. März oder der bundesweite Aktionstag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli – im Gedenken an Marwa El-Sherbini – sind deshalb wichtig. Sie schaffen Aufmerksamkeit und erinnern daran, dass antimuslimischer Rassismus ernst genommen werden muss.

    Gleichzeitig darf es nicht beim Gedenken bleiben. Es braucht konkrete politische Maßnahmen und langfristige Strategien.

    Die Mitglieder des Forum Islam fordern deshalb:

    • Eine dauerhaft finanzierte, communitybasierte und einheitliche Erfassung antimuslimischer Vorfälle.
       Antimuslimischer Rassismus muss sichtbar gemacht werden. Dafür braucht es unabhängige Strukturen zur Dokumentation sowie eine klare politische und gesellschaftliche Anerkennung dieser Vorfälle.
    • Etablierung von Community-basierte Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene
      Menschen, die antimuslimischen Rassismus erleben, brauchen niedrigschwellige Beratungsstellen, Schutzräume und Zugang zu rechtlichen Diskriminierungs- und Gewaltopferschutz.
    • Sensibilisierung in Schulen, Behörden und Sicherheitsinstitutionen.
       Antimuslimischer Rassismus muss als eigenständige Form von Rassismus erkannt werden. Er darf nicht pauschal unter Begriffe wie Fremdenfeindlichkeit oder Ausländerfeindlichkeit subsumiert werden. Dafür braucht es Fortbildungen und Sensibilisierung zu Erscheinungsformen und Indikatoren antimuslimischen Rassismus.
    • Verantwortung im medialen und politischen Diskurs.
       Medien, Politik und staatliche Institutionen tragen Verantwortung dafür, antimuslimische Narrative nicht zu reproduzieren. Berichterstattung und sicherheitspolitische Debatten müssen differenziert, faktenbasiert und ohne pauschale Täterzuschreibungen geführt werden.
    • Eine klare politische Haltung gegen antimuslimisch-rassistische Hetze und Ausgrenzung.
      Antimuslimischer Rassismus findet immer wieder Raum in öffentlichen und politischen Debatten. Dem muss konsequent widersprochen werden. Solidarität mit Betroffenen darf keine Floskel bleiben.

    Der Kampf gegen antimuslimischen Rassismus ist ein Kampf für Menschenrechte, für den Schutz von Betroffenen und die Bewahrung unserer demokratischen Grundwerte.

    Der 15. März erinnert uns daran – und er mahnt, dass diesem Anspruch auch politisches Handeln folgen muss.

    Als Forum Islam Berlin stehen wir bereit, diesen Prozess gemeinsam mit Politik und Zivilgesellschaft voranzubringen.

  • Forum Islam Berlin: Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft nach dem Anschlag in Sydney

    Berlin, 16.12.2025

    Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer haben wir vom schrecklichen antisemitischen Terrorangriff in Sydney erfahren, bei dem in der ersten Nacht von Chanukka zahlreiche australische Jüdinnen und Juden brutal aus dem Leben gerissen wurden.

    Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen in der jüdischen Gemeinschaft, die durch diese Tat erneut in Angst und Schmerz versetzt wurden.

    Als Forum Islam Berlin verurteilen wir diesen Akt der Gewalt aufs Schärfste. Terrorismus, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit widersprechen unseren religiösen, moralischen und demokratischen Grundwerten.

    Antisemitismus ist eine traurige Realität im Leben vieler Jüdinnen und Juden. Jüdisches Leben ist bedroht – weltweit und auch hier bei uns in Berlin. Diese Realität verpflichtet uns alle zum Handeln. Antisemitismus darf weder relativiert noch toleriert werden, egal aus welcher Richtung er kommt. Der Schutz jüdischen Lebens ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung und erstarkender antidemokratischer Kräfte müssen wir enger zusammenrücken. Es braucht Solidarität, gegenseitige Unterstützung und einen klaren gemeinsamen Einsatz für eine offene, pluralistische und demokratische Gesellschaft. Muslimisches und jüdisches Leben, ebenso wie das aller anderen Menschen, gehören selbstverständlich und untrennbar zu dieser Gesellschaft.

    Wir stehen solidarisch an der Seite unserer jüdischen Geschwister und treten entschieden jedem Antisemitismus, jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, jeder Gewalt und jedem Hass entgegen.

    i.A. Koordinierungsstelle des Forum Islam Berlin

    www.forum-islam.de

    Ansprechperson: Hanna Attar
    Mobil: 0176 70 86 06 60
    E-Mail: hanna.attar@forum-islam.de
    ReFo Religionspolitisches Forum Deutschland UG
    Edisonstr 63 12459 Berlin

  • FIB Webseite ist online!

    Wir freuen uns euch unsere neue Webseite zu präsentieren…